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Felix Stieve - Verantwortung Leben:
Zwischen Maklerberuf und Pflegefamilie

Felix Stieve ist einer unserer Top-49er-Makler – und das inzwischen im dritten Jahr in Folge. Beruflich betreut der 41-Jährige seine Kundinnen und Kunden mit großer Sorgfalt, privat trägt er eine ganz besondere Form von Verantwortung: Gemeinsam mit seiner Frau, mit der er zwei eigene Kinder hat, hat er zusätzlich zwei Pflegekinder aufgenommen. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam, wie sich sein Familien- und Berufsalltag verändert hat – und was Verantwortung für ihn heute bedeutet.

Felix, du und deine Frau habt zwei eigene Kinder – und dann noch zwei Pflegekinder aufgenommen. Was war der Auslöser für diese Entscheidung?


Der Gedanke, Verantwortung für Kinder zu übernehmen, die es zu Hause schwer haben, war bei uns schon lange da. In der Familie meiner Frau gab es bereits eine Adoption: Ihre Großeltern haben ihre Nichte nach einem tragischen Unfall als eigenes Kind großgezogen. Gleichzeitig habe ich selbst erfahren, dass mein Vater nicht mein leiblicher Vater ist, sondern dass ich durch eine Samenspende entstanden bin. Für mich war das kein Schock, sondern eher eine Bestätigung: Familie definiert sich nicht über Gene, sondern über Beziehung, Alltag und Verantwortung. Diese Geschichten haben uns geprägt – und offener dafür gemacht, dass Kinder auch außerhalb klassischer Familienkonstellationen ein gutes Zuhause finden können.

 

Hattet ihr schon lange den Wunsch, „mehr“ Familie zu leben?


Ja, absolut. Wir haben immer gesagt: Drei oder vier Kinder könnten wir uns gut vorstellen. Nach unserem zweiten Kind war aber erstmal Schluss – unsere Kinder waren zwei und vier, da ist der Alltag einfach voll. Später, als sie größer wurden und selbstständiger, merkten wir: Da ist wieder Luft, Zeit und Kraft. Und der Wunsch nach einem weiteren Kind kam zurück – allerdings eher in Richtung Adoption oder Pflege, nicht noch eine eigene Schwangerschaft. 

 

Wie seid ihr dann vom Thema Adoption zum Thema Pflegekinder gekommen?


Wir haben uns zuerst mit Adoption beschäftigt. Über eine Freundin beim Jugendamt haben wir aber erfahren, dass in unserem Landkreis pro Jahr vielleicht ein bis zwei Kinder zur Adoption freigegeben werden – bei sehr langen Wartelisten. Gleichzeitig erzählte sie uns, wie groß der Bedarf an Pflegefamilien ist. Also haben wir uns mit dem Thema Pflegekinder beschäftigt. Kurzzeitpflege kam für uns nicht infrage, weil...

 

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